Vietnam – “Reise-Splitter”

6 05 2013

Vom Flughafen Ha Noi aus, der 30 km außerhalb der Stadt liegt, kann man für 25 Cent (7000 Dong) aber auch für 11,40 € (15 US-Dollar) ins Stadtzentrum fahren – eine Wahl zwischen Stadtbus oder Taxi. Mögen die Taxi-Gebühren nach unseren europäischen Maßstäben gering sein, aber den 46-fachen Preis zu zahlen, um am Ende doch nur 15 Minuten Fahrzeitersparnis zu haben, das schien uns unangemessen!

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Wenn wir uns hier zu Fuß auf den Weg machen, wie zuletzt in Da Nang (20 km gelaufen), sind wir meist allein auf weiter Flur unterwegs. Die Einheimischen brausen auf ihren Mopeds durch die Gegend und einige wenige Fahrräder und Pkws dienen ebenfalls als Fortbewegungsmittel. Touristen lassen sich meist chauffieren. Das Laufen ist neben dem Fahrradfahren für uns die Fortbewegungsart mit dem größten “Entdeckungspotential”. Wir haben schon eine Menge “erfahren”, mehr noch “erlaufen”. Und so führte uns der Strandspaziergang in Da Nang u.a. zu den einfachen Booten der heimischen Fischer.

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Heute in Ha Noi sind wir durch die Stadt gelaufen, auf dem Weg zu einem Reisebüro, um vor Ort einen Preis- und Leistungsvergleich für unsere geplante Tour in die weltbekannte Halog Bucht vorzunehmen. Dabei haben wir unsere ersten zum Verzehr angebotenen Hunde gesehen. Naja, nicht unsere Mahlzeit …

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Die Bauweise in Vietnam ist für uns merkwürdig. Die Häuser sind sehr schmal und dafür um ein Vielfaches lang. Oft gibt es nur Fenster zur Straßenfront hin. Es soll Häuser mit nur 3 m Straßenfront und 50 m Hauslänge geben. Gründe dafür liegen wohl im Besteuerungssystem. Und diesen Haustyp trifft man auch einzeln in der Landschaft an.

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Die Vietnamesen sind sehr gesellig, geschäftstüchtig und zahlreich in den vielerorts vorhandenen Straßenküchen anzutreffen.

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Die kleinen gesunden Portionen haben ihr Gutes … (Startgewicht im August 2012: 90,0 kg)

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Und im Straßenbild der Altstadt von Ha Noi haben wir gleich am ersten Tag unseres Aufenthaltes viele tolle Fotomotive entdeckt:

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fliegende Straßenhändlerin mit Kundin

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eine andere Händlerin mit ihrem Kunden

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Hausfassaden

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geballte Intelligenz in Talaren

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nach dem Abstreifen der Talare – vietnamesische Eleganz

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Ho-Chi-Minh Mausoleum

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Straßenreinigung

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zwei andere Fundstücke …

Hanoi ist unsere letzte Station hier in Vietnam. Am 10.05.2013 geht es mit dem Flieger weiter nach Malaysia. Aber vorher besichtigen wir noch weitere Sehenswürdigkeiten Ha Nois und die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Halong Bucht.

Viele liebe Grüße senden euch eure Weltenbummler
Denise & Karsten

P.S.: In der Fotogalerie gibt es neue Bilder aus Vietnam.



Same, same – but different!

29 04 2013

Dies haben wir hier in Vietnam so oft gehört, dass wir es in unseren Sprachschatz aufgenommen haben, immer ein Augenzwinkern dabei …

Der für uns offensichtlichste Unterschied zu Thailand, Laos, Kambodscha ist die rege Geschäftstätigkeit der Vietnamesen und die Massen an Mopeds in den Städten. Ersteres hat für uns Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen gehört ein großes, breites und günstiges Angebot an Unternehmungsmöglichkeiten. Nachteilig ist die etwas aufdringliche Art, wie hier Dinge an den Mann bzw. die Frau gebracht werden. Das Unterschreiten der Individualdistanz gehört dabei zum Alltag! Oder etwas einfacher und klarer formuliert: Man wird hier permanent angefasst, manchmal sogar leicht festgehalten. Wenn man aber beobachtet, dass die Vietnamesen dies auch untereinander praktizieren, wird es gleich etwas erträglicher. Und Karsten scheint diesbezüglich bereits vorher eine kleine vietnamesische Ader in sich gehabt zu haben Zwinkerndes Smiley

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Eingereist sind wir nach Vietnam auf dem Landweg mit dem Bus (Mekong-Express von Phnom Penh nach Ho-Chi-Minh-City/Saigon). Die für uns problemlos erträgliche Dauer von Busfahrten in Asien (6 Stunden) wurde dabei erreicht. Die Busse hier sind für uns Europäer aufgrund des Zuschnittes auf die kleinen Asiaten meist nicht komfortabel (zu wenig Sitzfläche, zu geringe Beinfreiheit etc.). Somit werden wir auf dem Rest der Reise etliche Distanzen mit vor Ort gebuchten zusätzlichen Flügen zurücklegen. Das belastet zwar die Reisekasse etwas, aber Zeitgewinn und Komfortzuwachs gleichen das wieder aus.

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Unser viertägiger Aufenthalt in Ho-Chi-Minh-City war eigentlich viel zu kurz. Wir hätten gut und gerne noch zwei bis drei weitere Tage dort verbringen können. Aber die Flugtickets ins Zentrum Vietnams, nach Da Nang, waren gebucht und somit mussten wir leider weiter.

Wir verbinden Erinnerungen an Ho-Chi-Minh-City mit:

1.) Unsere tolle Gasse im Backpackerviertel von Saigon (hier logierten schon die Amerikaner während des Krieges), wo sich neben Hotels, Friseuren, Waschsalons, Restaurants, einfachen Behausungen der Locals auch unser Quartier befand – Beautiful Saigon Hotel. Hier war der Name Programm – empfehlenswert und jeden Dollar wert!

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2.) Den Halbtagesausflug zu den Tunneln von Cu Chi. Ausgezeichneter und hautnaher Einblick in die Örtlichkeiten und Lebensumstände der Viet Cong während des Vietnamkrieges. Das an einigen Stellen Einblick gewährende unterirdische Tunnelsystem war sehr beeindruckend und ließ erahnen, unter welchen Umständen hier gelebt und gekämpft wurde.


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3.) Ein weiteres HIGHLIGHT unserer Asienreise war eine fünfstündige kulinarische Stadtentdeckung mit den Tiger Tour Girls Ha und Ngoc. Diese führte uns in entlegene, von Touristen nicht besuchte Ecken der Stadt, wo die Einheimischen leckeres Essen genossen. Und den Weg dahin legten wir auf den Rücksitzen der Mopeds der Mädels zurück. Immer mittendrin im chaotischen Wuselverkehr HCMCs– fantastisch! Ohne die Girls hätten wir weder bestellen, noch sachgerecht das Essen zubereiten und verzehren können. Eine wichtige Erfahrung abseits vom Touristen-Mainstream. Wir haben es genossen.


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4.) Eine Ganztagestour in das fruchtbare Mekong-Delta.

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5.) Eine pulsierende, geschäftstüchtige asiatische Metropole mit chaotischem jedoch funktionierendem Verkehrssystem.


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6.) Kommunistische Symbolik im Stadtbild.

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Mittlerweile werden wir beim Geldabheben immer mehrfache Millionäre. Der vietnamesische Dong ist gegenwärtig die weltweit schwächste Währung. Der Umrechnungskurs lautet: 1 € = 27.000 Dong. Und somit ist der größte Dong-Schein (500.000 Dong) gerade 18,30 € wert.

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Am 26.4. ging unser Flieger nach Da Nang. Hier in Vietnams Mitte bereisen wir drei Städte (Hoi An, Hue, Da Nang).

In Hoi An gab es dann sozusagen Teil 3 unserer asiatischen Kochschule – vietnamesische Küche (Morning Glory Cooking Class). Und wie immer ging es zuerst zum Markt (“same, same – but different”)!

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und dann in den Klassenraum der Kochschule

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unsere sympathische und unterhaltsame Lehrerin:

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wir:

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und das Ergebnis unserer Mühen waren vier Gerichte (cabbage leaf parcels with shrimp mousse in broth, crispy hoi an pancakes, mango salad, BBQ chicken and lime leaf – v.l.n.r. ). Bei der vietnamesischen Küche sehen wir die größten Chancen die Speisen in Deutschland nachkochen zu können.

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Einen halben Tag sind wir dann mit zwei vietnamesischen Studentinnen (Linh & Chau) von Hoi An Free Tours auf Fahrrädern in die nahe Umgebung von Hoi An gefahren, um etwas mehr über die Lebens- und Arbeitsumstände der einfachen Leute zu erfahren.

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Wir besuchten eine kleine Bootswerft, eine Kunstschnitzerei; einen Familie, die in Heimarbeit Reispapier und Reisnudeln herstellt, einen Tempel und eine Familie, die in Heimarbeit Schlafmatten in Handarbeit produziert.

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Oft müssen die Kinder bei der Arbeit mithelfen. Und zwischendurch ging es immer entlang der Reisfelder und z.T. über den auf den Wegen zum Trocknen ausgelegten Reis.

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Unseren Weg säumten erntende Reisbauern, Wasserbüffel und Rinder. Eine einfache, ländliche asiatische Idylle. Wieder Erfahrungen und Eindrücke, die wir nicht so schnell vergessen werden.

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Und weil die Haare zu lang waren, musste Karsten zu einem der vielen ortsansässigen Barbiere. Und diesmal wurde Tabula rasa gemacht (vgl. vorher – nachher)!

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Und nun radelt er bartlos durch die Gegend. Wir sind uns aber beide einig: ein kurzgeschnittener Bart steht ihm besser. Da müssen wir jetzt eine Woche warten Zwinkerndes Smiley.

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Zum Abschluss unseres heutigen Artikels noch etwas Romantik! Sonnenuntergang auf dem Weg zum Strand des Südchinesischen Meeres bei Hoi An:

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Viele liebe Grüße senden euch eure Weltenbummler
Denise & Karsten



Siem Reap & die Tempel von Angkor

19 04 2013

Das Wichtigste zuerst! Denise ist wieder gesund!!! Gestern haben wir den zweiten, abschließenden Malaria-Test hier in Siem Reap machen lassen. Befund: ebenfalls negativ! Herzlichen Dank an dieser Stelle für die vielen Genesungswünsche von euch.

Durchatmen! Freude, Zufriedenheit, Entspannung stellt sich bei uns ein! So, dann mal die Belastung langsam wieder etwas erhöhen – eine Weltreise ist ja schließlich keine Erholungsreise Zwinkerndes Smiley. Immerhin liegen noch 18 Tage Vietnam, 17 Tage Malaysia und einige Tage in Bangkok vor uns.

Auf unserem Programm stand nun die Tempelbesichtigungen in Angkor. Und wir freuten uns sehr darauf. Zuerst konnten wir den Kambodschaner beim Neujahrsfest (14.06.-16.04.) etwas zusehen. Viele waren aus ihren Provinzen nach Siem Reap gekommen, um in Angkor Wat und Angkor Thom das Neue Jahr zu begrüßen. Während die Kambodschaner die Mitfahrgelegenheiten immer maximal auslasten, haben wir Touristen den Vorteil, unter vielen komfortablen Transportmöglichkeiten die passende zu wählen. Wir hatten uns für den kompletten Aufenthalt in die Hände unseres freundlichen und zuverlässigen Tuk-Tuk-Fahrers Kim Hoan begeben (vgl. letzten Artikel).

Angkor

Angkor

Hier unser typischer Blick vom Tuk-Tuk aus, auf dem Weg von Tempel zu Tempel:

Angkor

Wir haben uns am 14.06. abends den Menschenmassen angeschlossen und bei Angkor Wat den Brauch der Floating Lanterns beobachtet. Bei diesem setzen die Kambodschaner schwimmende Styroporplatten mit Teelichtern in der Dunkelheit auf dem Wasser aus. Auf dem Styropor haben sie ihre Wünsche für das neue Jahr geschrieben. Bei dieser Gelegenheit haben wir bemerkt, dass wir dieses Jahr schon zum dritten Mal bei einer Neujahrsfeier dabei waren, erst Silvester in Pahia (Neuseeland), dann das Chinesische Neujahrsfest in Sydney und nun das Neujahrsfest in Kambodscha. Wir verbuchen das unter: “Aller guten Dinge sind drei!”

Angkor - Neujahrsfest
Angkor - Neujahrsfest

Und der Eingangsbereich von Angkor Wat bei Nacht machte uns neugierig auf den Tempelbesuch am nächsten Tag.

Angkor Wat

Und bei Tage vom Tempel Phnom Bakheng aus sah Angkor Wat so aus:

Angkor - Tempel Phnom Bakheng

Am ersten Tempelbesuchstag in Angkor absolvierten wir den kleinen Rundkurs. Dann gönnten wir uns eine Ruhetag um am übernächsten Tag bereits früh um 6:00 Uhr zur Anlage Banteay Srey (37 km von Siem Reap) zu fahren und anschließend die Tempelanlagen auf dem großen Rundkurs zu besichtigen.

Map of Angkor Archaeological Park

Damit hatten wir alle wichtigen Tempel gesehen und waren überwältigt von deren Anlage und Größe. Insbesondere die Schönheit und Detailliertheit der Steinmetzarbeiten hat uns schwer beeindruckt. Was das Volk der Khmer hier geschaffen und hinterlassen hat, ist von absoluten Weltrang. Der Besuch hier hat sich absolut gelohnt.

Besonders haben uns die  Tempel Ta Prohm und Preah Khan gefallen. Hier sind Gebäude und Tore/Mauern auf spektakuläre Art und Weise von Bäumen überwuchert.

Angkor - Tempel Ta Som

Angkor - Tempel Preah Khan

Hier nun eine Auswahl von unseren Angkor-Fotos:

Außerdem sind die Menschen hier äußerst offen, freundlich und fröhlich. Allgegenwärtig bekommt man ein Lächeln geschenkt oder es wird gewunken.

Angkor - Banteay Srey

Übrigens sind fast 40 % der 14 Millionen Kambodschaner unter 15 Jahre alt. Dies ist eine Auswirkung der Schreckensherrschaft der Roten Khmer unter dem Diktator Pol Pot (1975-1979). Damals fielen nach Schätzungen ein bis drei Millionen Kambodschaner dem System zum Opfer. Aber dieses Thema wird uns in den nächsten Tagen in Phnom Penh noch einmal begegnen (Völkermordmuseum Toul Sleng S-21, “Killing-Fields” in Choeung Ek).

Morgen werden wir Siem Reap mit dem Bus verlassen und sechs Stunden später in Phnom Penh ankommen. Zwei bis drei Tage später geht es dann wieder mit dem Bus weiter. Dann verlassen wir Kambodscha und reisen nach Vietnam ein. Dort wird Ho Chi Minh Stadt (Saigon) unser erstes Ziel sein.

Viele liebe Grüße senden euch eure Weltenbummler
Denise & Karsten

P.S.1: In der Fotogalerie gibt es weitere Bilder von Kambodscha und die Seite “Tops und Flops” wurde auch aktualisiert.

P.S.2: Die Krokodile in der Nachbarschaft haben wir uns jetzt auch etwas genauer angesehen. Da braucht man keinen Hund mehr, denn Diebe können sich nur schwer dem Anwesen nähern. Nur bei einem Feuerausbruch muss man sich genau orientieren, wohin man flüchtet. Zwinkerndes Smiley

Siem Reap - Krokodil-Farm hinter unserem Hotel

Siem Reap - Krokodil-Farm hinter unserem Hotel