Same, same – but different!

29 04 2013

Dies haben wir hier in Vietnam so oft gehört, dass wir es in unseren Sprachschatz aufgenommen haben, immer ein Augenzwinkern dabei …

Der für uns offensichtlichste Unterschied zu Thailand, Laos, Kambodscha ist die rege Geschäftstätigkeit der Vietnamesen und die Massen an Mopeds in den Städten. Ersteres hat für uns Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen gehört ein großes, breites und günstiges Angebot an Unternehmungsmöglichkeiten. Nachteilig ist die etwas aufdringliche Art, wie hier Dinge an den Mann bzw. die Frau gebracht werden. Das Unterschreiten der Individualdistanz gehört dabei zum Alltag! Oder etwas einfacher und klarer formuliert: Man wird hier permanent angefasst, manchmal sogar leicht festgehalten. Wenn man aber beobachtet, dass die Vietnamesen dies auch untereinander praktizieren, wird es gleich etwas erträglicher. Und Karsten scheint diesbezüglich bereits vorher eine kleine vietnamesische Ader in sich gehabt zu haben Zwinkerndes Smiley

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Eingereist sind wir nach Vietnam auf dem Landweg mit dem Bus (Mekong-Express von Phnom Penh nach Ho-Chi-Minh-City/Saigon). Die für uns problemlos erträgliche Dauer von Busfahrten in Asien (6 Stunden) wurde dabei erreicht. Die Busse hier sind für uns Europäer aufgrund des Zuschnittes auf die kleinen Asiaten meist nicht komfortabel (zu wenig Sitzfläche, zu geringe Beinfreiheit etc.). Somit werden wir auf dem Rest der Reise etliche Distanzen mit vor Ort gebuchten zusätzlichen Flügen zurücklegen. Das belastet zwar die Reisekasse etwas, aber Zeitgewinn und Komfortzuwachs gleichen das wieder aus.

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Unser viertägiger Aufenthalt in Ho-Chi-Minh-City war eigentlich viel zu kurz. Wir hätten gut und gerne noch zwei bis drei weitere Tage dort verbringen können. Aber die Flugtickets ins Zentrum Vietnams, nach Da Nang, waren gebucht und somit mussten wir leider weiter.

Wir verbinden Erinnerungen an Ho-Chi-Minh-City mit:

1.) Unsere tolle Gasse im Backpackerviertel von Saigon (hier logierten schon die Amerikaner während des Krieges), wo sich neben Hotels, Friseuren, Waschsalons, Restaurants, einfachen Behausungen der Locals auch unser Quartier befand – Beautiful Saigon Hotel. Hier war der Name Programm – empfehlenswert und jeden Dollar wert!

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2.) Den Halbtagesausflug zu den Tunneln von Cu Chi. Ausgezeichneter und hautnaher Einblick in die Örtlichkeiten und Lebensumstände der Viet Cong während des Vietnamkrieges. Das an einigen Stellen Einblick gewährende unterirdische Tunnelsystem war sehr beeindruckend und ließ erahnen, unter welchen Umständen hier gelebt und gekämpft wurde.


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3.) Ein weiteres HIGHLIGHT unserer Asienreise war eine fünfstündige kulinarische Stadtentdeckung mit den Tiger Tour Girls Ha und Ngoc. Diese führte uns in entlegene, von Touristen nicht besuchte Ecken der Stadt, wo die Einheimischen leckeres Essen genossen. Und den Weg dahin legten wir auf den Rücksitzen der Mopeds der Mädels zurück. Immer mittendrin im chaotischen Wuselverkehr HCMCs– fantastisch! Ohne die Girls hätten wir weder bestellen, noch sachgerecht das Essen zubereiten und verzehren können. Eine wichtige Erfahrung abseits vom Touristen-Mainstream. Wir haben es genossen.


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4.) Eine Ganztagestour in das fruchtbare Mekong-Delta.

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5.) Eine pulsierende, geschäftstüchtige asiatische Metropole mit chaotischem jedoch funktionierendem Verkehrssystem.


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6.) Kommunistische Symbolik im Stadtbild.

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Mittlerweile werden wir beim Geldabheben immer mehrfache Millionäre. Der vietnamesische Dong ist gegenwärtig die weltweit schwächste Währung. Der Umrechnungskurs lautet: 1 € = 27.000 Dong. Und somit ist der größte Dong-Schein (500.000 Dong) gerade 18,30 € wert.

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Am 26.4. ging unser Flieger nach Da Nang. Hier in Vietnams Mitte bereisen wir drei Städte (Hoi An, Hue, Da Nang).

In Hoi An gab es dann sozusagen Teil 3 unserer asiatischen Kochschule – vietnamesische Küche (Morning Glory Cooking Class). Und wie immer ging es zuerst zum Markt (“same, same – but different”)!

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und dann in den Klassenraum der Kochschule

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unsere sympathische und unterhaltsame Lehrerin:

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wir:

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und das Ergebnis unserer Mühen waren vier Gerichte (cabbage leaf parcels with shrimp mousse in broth, crispy hoi an pancakes, mango salad, BBQ chicken and lime leaf – v.l.n.r. ). Bei der vietnamesischen Küche sehen wir die größten Chancen die Speisen in Deutschland nachkochen zu können.

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Einen halben Tag sind wir dann mit zwei vietnamesischen Studentinnen (Linh & Chau) von Hoi An Free Tours auf Fahrrädern in die nahe Umgebung von Hoi An gefahren, um etwas mehr über die Lebens- und Arbeitsumstände der einfachen Leute zu erfahren.

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Wir besuchten eine kleine Bootswerft, eine Kunstschnitzerei; einen Familie, die in Heimarbeit Reispapier und Reisnudeln herstellt, einen Tempel und eine Familie, die in Heimarbeit Schlafmatten in Handarbeit produziert.

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Oft müssen die Kinder bei der Arbeit mithelfen. Und zwischendurch ging es immer entlang der Reisfelder und z.T. über den auf den Wegen zum Trocknen ausgelegten Reis.

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Unseren Weg säumten erntende Reisbauern, Wasserbüffel und Rinder. Eine einfache, ländliche asiatische Idylle. Wieder Erfahrungen und Eindrücke, die wir nicht so schnell vergessen werden.

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Und weil die Haare zu lang waren, musste Karsten zu einem der vielen ortsansässigen Barbiere. Und diesmal wurde Tabula rasa gemacht (vgl. vorher – nachher)!

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Und nun radelt er bartlos durch die Gegend. Wir sind uns aber beide einig: ein kurzgeschnittener Bart steht ihm besser. Da müssen wir jetzt eine Woche warten Zwinkerndes Smiley.

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Zum Abschluss unseres heutigen Artikels noch etwas Romantik! Sonnenuntergang auf dem Weg zum Strand des Südchinesischen Meeres bei Hoi An:

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Viele liebe Grüße senden euch eure Weltenbummler
Denise & Karsten



Siem Reap & die Tempel von Angkor

19 04 2013

Das Wichtigste zuerst! Denise ist wieder gesund!!! Gestern haben wir den zweiten, abschließenden Malaria-Test hier in Siem Reap machen lassen. Befund: ebenfalls negativ! Herzlichen Dank an dieser Stelle für die vielen Genesungswünsche von euch.

Durchatmen! Freude, Zufriedenheit, Entspannung stellt sich bei uns ein! So, dann mal die Belastung langsam wieder etwas erhöhen – eine Weltreise ist ja schließlich keine Erholungsreise Zwinkerndes Smiley. Immerhin liegen noch 18 Tage Vietnam, 17 Tage Malaysia und einige Tage in Bangkok vor uns.

Auf unserem Programm stand nun die Tempelbesichtigungen in Angkor. Und wir freuten uns sehr darauf. Zuerst konnten wir den Kambodschaner beim Neujahrsfest (14.06.-16.04.) etwas zusehen. Viele waren aus ihren Provinzen nach Siem Reap gekommen, um in Angkor Wat und Angkor Thom das Neue Jahr zu begrüßen. Während die Kambodschaner die Mitfahrgelegenheiten immer maximal auslasten, haben wir Touristen den Vorteil, unter vielen komfortablen Transportmöglichkeiten die passende zu wählen. Wir hatten uns für den kompletten Aufenthalt in die Hände unseres freundlichen und zuverlässigen Tuk-Tuk-Fahrers Kim Hoan begeben (vgl. letzten Artikel).

Angkor

Angkor

Hier unser typischer Blick vom Tuk-Tuk aus, auf dem Weg von Tempel zu Tempel:

Angkor

Wir haben uns am 14.06. abends den Menschenmassen angeschlossen und bei Angkor Wat den Brauch der Floating Lanterns beobachtet. Bei diesem setzen die Kambodschaner schwimmende Styroporplatten mit Teelichtern in der Dunkelheit auf dem Wasser aus. Auf dem Styropor haben sie ihre Wünsche für das neue Jahr geschrieben. Bei dieser Gelegenheit haben wir bemerkt, dass wir dieses Jahr schon zum dritten Mal bei einer Neujahrsfeier dabei waren, erst Silvester in Pahia (Neuseeland), dann das Chinesische Neujahrsfest in Sydney und nun das Neujahrsfest in Kambodscha. Wir verbuchen das unter: “Aller guten Dinge sind drei!”

Angkor - Neujahrsfest
Angkor - Neujahrsfest

Und der Eingangsbereich von Angkor Wat bei Nacht machte uns neugierig auf den Tempelbesuch am nächsten Tag.

Angkor Wat

Und bei Tage vom Tempel Phnom Bakheng aus sah Angkor Wat so aus:

Angkor - Tempel Phnom Bakheng

Am ersten Tempelbesuchstag in Angkor absolvierten wir den kleinen Rundkurs. Dann gönnten wir uns eine Ruhetag um am übernächsten Tag bereits früh um 6:00 Uhr zur Anlage Banteay Srey (37 km von Siem Reap) zu fahren und anschließend die Tempelanlagen auf dem großen Rundkurs zu besichtigen.

Map of Angkor Archaeological Park

Damit hatten wir alle wichtigen Tempel gesehen und waren überwältigt von deren Anlage und Größe. Insbesondere die Schönheit und Detailliertheit der Steinmetzarbeiten hat uns schwer beeindruckt. Was das Volk der Khmer hier geschaffen und hinterlassen hat, ist von absoluten Weltrang. Der Besuch hier hat sich absolut gelohnt.

Besonders haben uns die  Tempel Ta Prohm und Preah Khan gefallen. Hier sind Gebäude und Tore/Mauern auf spektakuläre Art und Weise von Bäumen überwuchert.

Angkor - Tempel Ta Som

Angkor - Tempel Preah Khan

Hier nun eine Auswahl von unseren Angkor-Fotos:

Außerdem sind die Menschen hier äußerst offen, freundlich und fröhlich. Allgegenwärtig bekommt man ein Lächeln geschenkt oder es wird gewunken.

Angkor - Banteay Srey

Übrigens sind fast 40 % der 14 Millionen Kambodschaner unter 15 Jahre alt. Dies ist eine Auswirkung der Schreckensherrschaft der Roten Khmer unter dem Diktator Pol Pot (1975-1979). Damals fielen nach Schätzungen ein bis drei Millionen Kambodschaner dem System zum Opfer. Aber dieses Thema wird uns in den nächsten Tagen in Phnom Penh noch einmal begegnen (Völkermordmuseum Toul Sleng S-21, “Killing-Fields” in Choeung Ek).

Morgen werden wir Siem Reap mit dem Bus verlassen und sechs Stunden später in Phnom Penh ankommen. Zwei bis drei Tage später geht es dann wieder mit dem Bus weiter. Dann verlassen wir Kambodscha und reisen nach Vietnam ein. Dort wird Ho Chi Minh Stadt (Saigon) unser erstes Ziel sein.

Viele liebe Grüße senden euch eure Weltenbummler
Denise & Karsten

P.S.1: In der Fotogalerie gibt es weitere Bilder von Kambodscha und die Seite “Tops und Flops” wurde auch aktualisiert.

P.S.2: Die Krokodile in der Nachbarschaft haben wir uns jetzt auch etwas genauer angesehen. Da braucht man keinen Hund mehr, denn Diebe können sich nur schwer dem Anwesen nähern. Nur bei einem Feuerausbruch muss man sich genau orientieren, wohin man flüchtet. Zwinkerndes Smiley

Siem Reap - Krokodil-Farm hinter unserem Hotel

Siem Reap - Krokodil-Farm hinter unserem Hotel



4000 Inseln im Mekong–Traum oder Albtraum?

16 04 2013

Unser Plan: Von Vang Vieng aus mit dem Bus in die laotische Hauptstadt Vientiane fahren, dort Kurzstopp (Besuch des Cope Visitor Centre) und anschließend mit dem Flugzeug in den Süden von Laos fliegen, nach Pakse. Auch hier nur Übernachtungsstopp auf dem Weg zu unserem letzten großen Ziel in Laos – den Viertausend Inseln (Si Phan Don) im Mekong. Don Khone hieß die von uns gewählte Insel. Ihre relative Ursprünglichkeit sollte uns für sechs Tage eine Oase der Entspannung mit Mekong-Blick bieten. Viele andere Backpacker hatten dies bereits vor uns ausprobiert und für gut befunden. Doch dann kam vieles anders als gedacht und geplant …

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Von Vang Vieng nach Vientiane ging es mit dem öffentlichen Bus schnell und reibungslos. In Vientiane checkten wir für eine Nacht im AV Hotel ein und begaben uns dann zum Cope Visitor Centre im National Rehabilitation Center. Hier gibt es eine Ausstellung über die Auswirkungen der amerikanischen Bombadierung auf Laos während des Geheimen Krieges und des Vietnamkrieges. Insbesondere die Problematik der Streubomben wird sehr anschaulich thematisiert. Die Ausstellung machte uns sehr betroffen und nachdenklich. Erstaunlich bleibt, dass die Laoten an keiner Stelle die USA für das Elend, das während und nach den jahrelangen Bombardements über sie kam, anprangern. Angeblich wird das Thema nicht einmal in der Schule zum Gegenstand des Unterricht gemacht. So erklärt sich auch, warum bis heute Kinder durch Streubomben verletzt werden können. Sie erkennen diese als solche nicht oder unterschätzen als Schrottsammler das Gefahrenpotential.

   Vientiane - Cope

Am nächsten Morgen ging es dann zum Flughafen. Den Weg von Vientiane nach Pakse wollten wir mal nicht per Bus zurücklegen (hier kursieren zu viele Geschichten über strapaziöse Touren im Internet), deshalb hatten wir bei Lao Airlines einen Flug gebucht. Kleiner Flugplatz, schnelle Abfertigung, wenige Passagiere, lustige Hinweisschilder bzgl. der Reihenfolge beim Bording –>

Flughafen Vientiane

Den zuerst bestiegenen nagelneuen Airbus A320 mussten wir nach 30 Minuten wieder wegen technischen Problemen verlassen. Wir wechselten in einen anderen A320, der nicht nagelneu, sondern “nur” noch neu, dafür aber besser ausgestattet, ist. Und das beste, er startet auch. So hatte unser einstündiger Flug dann am Ende 1,5 h Verspätung. Aber alles verlief ohne Zwischenfälle und das war für uns das Wichtigste.

Flughafen Vientiane

Flughafen Vientiane - A320 erster Versuch
Flughafen Vientiane - A320 zweiter Versuch Versuch

Über den Wolken entdeckten wir dann etwas, was wir in Asien bisher nicht gesehen hatten – strahlend blauer Himmel! Gut kann man auf dem Foto den darunterliegenden Smog erkennen.

Vientiane nach Pakse - über den Wolken (Smog)

Beim Warten auf das Ersatzflugzeug begann dann eine nicht so schöne Episode unserer Reise. Denise fühlte sich plötzlich unheimlich müde und matt . Ich habe das als nicht problematisch angesehen. Im Hotel in Pakse musste sie sich jedoch sofort hinlegen und ich bereute, kein Fieberthermometer in unserer Reiseapotheke zu haben.
An der Hotel-Rezeption konnte man mir auch nicht helfen, aber wenigstens schrieben sie mir das laotische Wort für Fieberthermometer auf ein Blatt. Wenig später stand ich in der Notaufnahme eines laotischen Provinzkrankenhauses, wo vom Personal nur die Landessprache gesprochen wurde. Das führte dazu, das man bei mir die Temperatur messen wollte! Ein Thermometer konnte ich dort nicht erhalten, wusste nun aber um dessen Existenz. Auf dem Rückweg zum Hotel passierte ich einen Markt und an einem Pharmazie-Stand wurde ich dank meines “Einkaufszettels” doch noch fündig. Für 10.000 Kip (1€) erstand ich ein in Berlin (!) hergestelltes Quecksilberthermometer. Denise hatte 38,4°C Fieber. In Verbindung mit den Mückenstichen, die sie sich in der Vergangenheit regelmäßig einfing, ein Fall für den Arzt. Deshalb suchten wir die “Internationale Poliklinik” von Pakse auf.

Pakse - Internationale Klinik

Pakse - Internationale Klinik

Die einzigen Patienten hier am Samstag-Nachmittag waren wir. Aber es gab auch eine Krankenschwester, einen Laboranten und einen Arzt. Die Diagnose nach einem großen Bluttest war: ein Infekt. Eine Menge Medikamente (Antibiotika, Fiebersenker, Natrium) im Gepäck und mit einer Behandlungs- und Medikamentenrechnung über 14 € (!) ging es zurück ins Hotel.

Pakse - Arzneien für Denise

Da man in der Poliklinik den Malaria-Test erst am nächsten Tag hätte machen können, fuhren wir noch zu einem anderen Arzt in dessen Privatpraxis. Test-Ergebnis: negativ, Rechnungsbetrag: 2 €. Na, da waren wir froh! Vorerst!

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus vom Hotel aus nach Don Khone,  Fahrzeit ca. 3,5 Stunden. Nach 2,5 Stunden gab es einen Toiletten-Stopp. Denise wurde übel. Sie verließ den Bus, weil sie dachte sich übergeben zu müssen. Ich konnte sie dann gerade so auffangen, als sie ohnmächtig wurde. Auf den Armen tragend, brachte ich sie zu einem ruhigen, schattigen Platz.  Mit Hilfe einer medizinisch ausgebildeten Amerikanerin und den Hausmitteln der Laoten kam sie dann schnell wieder zu sich. Weiter ging es im Bus liegend. Auf Don Khone angekommen, ging sie sofort ins Bett. Die Außentemperaturen waren hoch, ca. 35°C. Die Klimaanlage des schlecht isolierten Flussbungalows arbeitete äußerst mangelhaft.

38,5 °C Fieber!

Das Fieber stieg unablässig. Bei 39,5°C ließ ich den Dorf-Arzt holen (hätte ich mir auch sparen können) und bereitete den Umzug in einen anderen, kühleren Bungalow vor. Wir verkürzten selbständig den verordneten Abstand für die Medikamenteneinnahme und zogen in einen kühleren Bungalow, das half etwas. In den nächsten 5 Tagen lag Denise mit Fieber im Bett. Ab und an gab es Stomausfälle, dann fiel auch die so wichtige Klimaanlage aus. Erst am vierten Tag, als sie zusätzlich starke Muskelschmerzen (wahrscheinlich vom Liegen) bekam, kombinierten wir, nach telefonischer Rücksprache mit medizinischem Personal in Deutschland und Internetrecherche,  das verordnete Paracetamol mit von einer sehr freundlichen deutschen Reisenden zur Verfügung gestelltem Ibuprofen (Danke Gabi und liebe Grüße nach Krailling). Ein weiterer, starker Fieberschub folgte und ab dann ging langsam aber stetig das Fieber zurück. Denise blieb jedoch sehr schwach.

Don Khone - Pans Guesthouse

der rechte Bungalow war unser Krankenlager

Um unseren Flug nach Kambodscha am 14.4.2013 nicht verfallen zu lassen, dehnten wir unseren Aufenthalt auf Don Khone maximal aus. Denise musste wenigstens transportfähig werden!

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auf dem Weg zu unserem Restaurant

Nachdem das Fieber fast weg war und wir erste Gehversuche machten, fiel sie mir auf dem nur 50 Meter kurzen Weg zum Restaurant fast wieder um – nur schnelles Hinlegen auf dem Weg verhinderte hier Schlimmeres. Transportfähigkeit sah anders aus. Öffentlicher Bus fiel aus, Krankenwagen gab es nicht, für den Rettungshubschrauber bestand keine echte Notlage mehr – blieb nur das Chartern eines privaten Minivans. Kostete zwar das elffache des normalen Transportpreises, war dafür aber individueller, schneller, flexibler und brachte die Garantie, dass Denise liegen konnte. So haben wir es dann auch gemacht.  Früh um 7:30 Uhr verließen wir nach 7 Tagen, die für uns bis heute noch unbekannte Insel Don Khone. Die Reise nach Pakse verlief sehr gut. Dort war Denise dann zum ersten Mal  einen ganzen Tag fieberfrei und konnte sogar in einem Restaurant zu Mittag essen. Somit gelang dann auch der einstündige Flug nach Siem Reap (Kambodscha). Hier sind wir auch ggf. wieder medizinisch auf internationalem Niveau versorgt (gleichwohl liegen die Behandlungskosten auch auf internatinalem Niveau).  Außerdem gäbe es von hier aus auch die Möglichkeit des Krankentransportes nach Bangkok. Schön zu wissen … Nun ist die Erkrankte auch wirklich auf dem Wege der Genesung. Unsere Unterkunft, die einem kleinen Paradies gleicht, unterstützt den Heilungsprozess sicherlich ebenfalls. Zumindest solange die Krokodile auf der angrenzenden Farm nicht ausbrechen Zwinkerndes Smiley.

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Wir werden erst weiterreisen, wenn Denise wieder vollständig gesund und belastbar ist. Die Zeit dazu haben wir und hier, in der Nähe von Angkor Wat, kann man sowieso viel Zeit verbringen. Und einen tollen, zuverlässigen und äußerst sympathischen Tuk-Tuk-Fahrer für unseren gesamten Aufenthalt haben wir auch schon gefunden.

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Nachtrag:

Ein Zitat aus unserem Reiseführer (Stefan Loose: Südostasien, ³2011,S. 75):

“Das Laotische Gesundheitswesen ist unterentwickelt. Zwar gibt es inzwischen in jeder Provinzhauptstadt ein staatliches Krankenhaus, doch entsprechen Ausbildung des medizinischen Personals und Ausstattung bei weitem nicht internationalen Standards. In vielen entlegenen Gebieten bekommt man nur schwer medizinische Hilfe. … Wer schwer erkrankt, sollte sich in Thailand behandeln lassen.”

Wir haben hier in Laos gelernt, das die schnelle Verfügbarkeit von professioneller medizinischer Versorgung, wie wir sie in Deutschland haben ein unschätzbares Gut ist.

Viele liebe Grüße senden euch eure Weltenbummler
Denise & Krankenpfleger Karsten Zwinkerndes Smiley