Wie kommt man nach Machu Picchu?

15 10 2012

Diese Frage stellt sich dem Individualtouristen angesichts der unterschiedlichsten Informationen im Internet. Und tatsächlich, es gibt die unterschiedlichsten Wege und Möglichkeiten, um in die gut erhaltene Ruinenstadt der Inkas zu kommen.

IMG_4953

Bereits bei unserer Ankunft in Lima erfuhren wir in einem ortsansässigen Reisebüro, dass der von uns anvisierte Inka-Trail bis zum Ende des Monats ausgebucht war (es gibt eine tägliche Limitierung auf 500 Personen). Die Lehre daraus: Wer auf dem Inka-Trail nach Machu Picchu will, sollte ihn mindestens zwei Monate vorher über einen der vielen Anbieter buchen. Für uns fiel der 4-Tage-Marsch somit aus. Bekanntlich hat jede Medaille zwei Seiten. Als ich mich kurz mit den Preisen für den Trail vertraut gemacht habe, war ich gar nicht mehr so traurig darüber. Die ersten Preise, die ich entdeckte, lagen bei 900 € für zwei Personen. Für unser Weltreisebudget wäre das etwas zu viel gewesen. Außerdem muss man den strapaziösen Weg selbst laufen und wird nicht getragen 😉 – soll heißen, es wird den Touristen das Geld aus der Tasche gezogen – andererseits ist es irgendwie auch Entwicklungshilfe und somit Peru gegenwärtig gegönnt. Unter diesem Aspekt haben wir auch alle überteuerten Ausgaben im Zusammenhang mit dem Besuch von Machu Picchu gesehen und konnten dann damit leben.

Die überwiegende Mehrheit der zugelassenen 2.500 Tagesbesucher in Machu Picchu kommt nicht über den Inka-Trail (würde wohl auch angesichts der Strapazen zu einer drastischen Reduzierung der Besucherzahlen führen). Wir wollen hier kurz unsere Variante als “How-to-do” zur Nachahmung für andere Reisende vorstellen.

1.) Von Lima aus langsam in die höheren Gebirgslagen aufsteigen, d.h. am besten Bustour mit Zwischenstopps organisieren (unsere Route: Lima-Pisco-Ayacucho-Andahuaylas–Cusco würden wir nur bei guter Lebensversicherung empfehlen 😉 siehe letzte Artikel).

IMG_5079

Cusco – Stadtansicht

2.) Für die Ankunft in Cusco bereits eine zweitägige Unterkunft online reservieren (eine gute Hilfe bietet hier TripAdvisor) – wir hatten uns ins Hotel Pantastico Bed & Bakery eingemietet. Dessen Lage war super zentral, der Preis für Cusco sehr günstig, die Bewertungen bei TripAdvisor hoch. Für die erste Orientierung hier war das Hostel auch o.k., aber es ist eben etwas für Low-Budget-Touristen und diese fühlen sich dort sicher gut aufgehoben. Wir haben es für uns als Hostel-Erfahrung verbucht. Für den Tag der Rückkehr von Machu Picchu hatten wir uns in der gleichen Straße für zwei Tage ein Zimmer in einem echten Hotel (Hostal Koyllur) gebucht. Dort konnten wir vor unserer Tour bereits unser Gepäck abgeben, denn PeruRail gestattet nur 5 kg Handgepäck nach Aguas Calientes mitzunehmen.

Und immer schön Mate de Coca Tee trinken!!!

IMG_5091

Coca als Tee ungefährlich – jedoch guter Schutz vor Höhenkrankheit

3.) Gleich bei der Ankunft in Cusco das Büro von PeruRail aufsuchen, um teure Fahrkarten (Vorsaison: 100 $/pro Person für 1,5 h Zugfahrt – Stichwort Entwicklungshilfe) für den nächstmöglichen Tag von Ollantaytambo nach Aguas Calientes zu kaufen. Zwischen Hin- und Rückfahrt sollten zwei Übernachtungen liegen. Wir haben aus Unwissenheit nur eine Übernachtung eingeplant, dadurch hatten wir vor Ort etwas wenig Zeit. Am besten abends “günstig” von Ollantaytambo aus nach Aguas Calientes fahren und am übernächsten Tag vormittags von dort wieder “günstig” nach Ollantaytambo zurück.

IMG_4765

hier fährt der Zug nach Aguas Calientes (Machu Picchu Pueblo) ab

Anmerkung: Die Angestellte bei PeruRail, die uns bediente, muss gerade gekündigt worden sein, soviel Unfreundlichkeit haben wir in unserem ganzen Leben noch nicht im Tourismusbereich erlebt. Aber wir haben dennoch Fahrkarten für den Tag, an dem unsere Zeit im Hostel ablief, ergattern können. Zwar nicht unsere Wunschroute Cusco – Aguas Calientes, nicht zu den von uns gewünschten Zeiten und erst recht nicht zusammenhängende Plätze – wäre ja auch zu schön gewesen! – aber immerhin es ging nach Machu Picchu.

4.) Nun konnten die Eintrittskarten für Machu Picchu besorgt werden. Diese sind zahlenmäßig beschränkt. Die Internetseite des Ministerio de Cultura informiert über die täglich noch verfügbaren Karten und über die Preise. Wir haben die Tickets dann schnellstens hier in Cusco bei der Oficina principal de recaudación de la Dirección Regional de Cultura Cusco (Av. de la Cultura 238 Condominio Huáscar Cusco) gekauft. Es gibt mehrere Varianten bei den Tickets. Wir empfehlen die Tour “Machu Picchu und Huaynapicchu” (täglich dürfen nur 400 Leute diesen berühmten Berg besteigen). Wir hatten Glück, die letzten zwei Tickets gingen an uns!!! Entwicklungshilfe: 304 Soles = 100 €!

5.) Ein Zimmer in Aquas Calientes online buchen. Wir hatten uns das Hostal Chaska herausgesucht (55 $ für das Doppelbettzimmer war o.k.). Wir können dieses Hotel weiterempfehlen. Für uns wurde sogar um 4:00 Uhr am Sonntag Frühstück zubereitet (siehe auch unsere Bewertung als Vd_2012Stade bei TripAdvisor -> klicke hier)!

IMG_4782

6.) Mit dem Colectivo aus Cusco nach Ollantaytambo fahren. Abfahrtsort in Cusco erfragen. Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden und sollte um 10 Soles pro Person kosten. Zurück kommt man auf dem selben Weg.

7.) Ab einem Alter von 40 Jahren und einem geregelten Einkommen 😉 empfehlen wir Busfahrkarten für die 20-minütige Fahrt zum Machu Picchu in Aguas Calientes zu kaufen (Hin- und Rückfahrt – Entwicklungshilfe: 17 $ pro Person). Dies sollte man am besten gleich am Anreisetag tun.

IMG_4801
abendlicher Gang durch Aguas Calientes

Anmerkung: Die Sportler und Sparfüchse sind bereits morgens um 4:00 Uhr zu Fuß los, um den Berg zu erklimmen. Wir hingegen standen um 4:20 Uhr an der Haltestelle und waren die Nummer 2 und 3 an diesem Tag. Außerdem kann man herrlich internationale Kontakte in solch einer Warteschlange knüpfen (Greatings to Wayne from Arizona!). Die Busse fahren dann ab 5:30 Uhr im Zehnminutentakt. Wir waren froh, den Bus genommen zu haben, denn so sparten wir unsere Energie für die Besteigung des Huaynapicchu (Waynapicchu). Die Fußgänger sind in ca. 1,5 Stunden 1.200 Stufen gestiegen und sahen ganz schön kaputt aus. Aber die Kletterei in Machu Picchu lag erst noch vor uns allen.

IMG_4810

morgens um 5:00 Uhr an der Bushaltestelle in Aguas Calientes

8.) Ab 6:00 Uhr startete dann der Einlass in Machu Picchu. Und wir waren froh, dass die Tagestouristen erst ab 10:00 Uhr zu erwarten waren. Noch war die imposante Anlage weitgehend frei von Menschen und bot einen schönen Anblick und ein vortreffliches Fotomotiv (nachdem sich der morgendliche Nebel aufgelöst hatte). Im Laufe des Tages sollte sich das ändern. Um 11:00 Uhr wimmelte es so vor Menschen, dass wir froh waren, die historische Stätte zu verlassen.

IMG_4814

morgens um 6:00 am Einlass zu Machu Picchu

Wichtig: das größte Highlight war jedoch der schweißtreibende Aufstieg zum Huaynapicchu und der sagenhafte Ausblick von dort. Rätselhaft bleibt, weshalb die Inka selbst auf diesem Berg noch eine weitere kleine Befestigungsanlage bauten, welchen Sinn das alles hatte und warum diese, sicherlich unter größten Mühen erstellte, gesamte Anlage plötzlich komplett verlassen wurde. Rätsel über Rätsel an diesem Ort, den man in seinem Leben einmal besucht haben sollte.

IMG_4974

im Hintergrund der von uns bis in den Gipfel bestiegene Huaynapicchu

Ansonsten wollen wir nun nur noch die Bilder sprechen lassen! Viel Freude beim Betrachten wünschen euch
Denise & Karsten

IMG_4721

P.S.: Der Text ist jetzt so lang geworden, dass ich hier doch nicht verrate, wie wir in die peruanischen Volkstrachten geraten sind.



Aktionen

Informationen

Schreib einen Kommentar

Du kannst diese Tags verwenden : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>